Südafrika 2019

ElmarM
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Südafrika 2019

Beitrag von ElmarM » 10. Dezember 2019, 23:50

1. Tag, Dienstag, 27. August

Wir haben einen Übernachtflug und treffen uns daher ab 19.00 Uhr am Flughafen in Frankfurt. Jeder reist individuell an. Es gibt etwas Irritation, denn das Abfluggate wurde kurzfristig geändert, aber von Lufthansa nicht kommuniziert. Daher warten einige an dem neuen, andere an dem alten Terminal. Erst kurz vor dem Einchecken um 21.30 Uhr kommt die Gruppe dann zusammen.

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Die A 380 hebt pünktlich um 22.10 Uhr ab. Es liegen ziemlich genau 10.000 Kilometer vor uns. Wir fliegen in die Dunkelheit und die Maschine gleitet fast ohne zu ruckeln vor sich hin. Nur beim Übergang vom Land zum Mittelmeer gibt es ein kleines bisschen Thermik mit leichten Turbulenzen. Kurz vor Mitternacht bekommen wir noch ein Abendessen, danach geht das Licht aus. Es herrscht Nachtruhe, soweit man in den engen Sitzen davon reden kann.

2. Tag, Mittwoch, 28. August

Als wir über Namibia schweben, geht die Sonne auf und bei leicht wolkigem Himmel haben wir aus dem Fenster einen schönen Blick auf die kargen Wüstenlandschaften in der Morgensonne und später auf die landwirtschaftlichen Flächen nördlich Kapstadt. Der Norden von Südafrika ist teils von Wolken bedeckt, die aber beim Anflug auf Kapstadt immer weniger werden.

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Jeder hat versucht, die Nacht irgendwie dösend zu überstehen und irgendwann rund eine Stunde vor der Landung gibt es dann unser Frühstück. Das ist das einzige weitere Vorkommnis auf dem Flug. Punkt 9.45 Uhr setzt unsere Maschine am Flughafen in Kapstadt auf und ohne große Verzögerung kommen alle Koffer vom Band.

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Vom Flughafen Kapstadt hat man einen schönen Blick auf den Tafelberg.

Der Flughafen hier ist recht überschaubar und es sind kurze Wege. So dauert es nicht lange bis wir voller Tatendrang auf Pia treffen, die uns die Reise über begleiten wird. Zuerst tauschen wir Geld, wobei die Bank außerhalb des offiziellen Flughafens gleich einen deutlich besseren Wechselkurs anbietet. Zwei Minuten Geduld kann Geld sparen. Wir bekommen für einen Euro 17 Rand. Dann setzt sich der Tross Richtung Bus in Bewegung. Chris, unser einheimischer Fahrer, wartet schon. Er, der hervorragend Deutsch versteht und es auch ganz gut spricht, war schon in den Jahren zuvor unser Fahrer. Die Koffer sind schnell im Trailer verstaut und ohne große Verzögerung geht es auf die Schnellstraße Richtung Worcester, schließlich ist die Neugier groß.

In Paarl legen wir einen kleinen Stopp an einem Supermarkt ein, denn wir wollen mittags nur ein paar Kleinigkeiten in Form eines Picknicks zu uns nehmen. Essen gehen würde viel zu viel Zeit kosten und ist in einigen Gegenden auch kaum machbar. Dazu ist unser zukünftiges Zielgebiet viel zu dünn besiedelt. Restaurants, Toiletten und Bankautomaten gehören dort zu den Seltenheiten. Im Supermarkt bleiben wir so kurz wie möglich, denn wir wollen Blumen sehen. Es ist gegen 13.00 Uhr, wir haben also noch rund fünf Stunden gutes Licht. Ab 18.00 Uhr wird es hier schnell recht frisch und das Licht lässt deutlich nach, dann schließen sich auch die meisten Blüten.

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Die Hottentots-Holland-Berge auf dem Weg nach Paarl.

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Erste Berührung mit der südafrikanischen Flora.

Das Motto heißt „stop and show“, also immer, wenn es draußen interessant und lohnenswert erscheint, halten wir an und bleiben, solange es sich lohnt oder bis die Zeit drängt. Chris kennt das schon und legt beim Ruf „Stopp“ immer eine hervorragende Reaktion an den Tag.
Für unseren ersten Halt verlassen wir die Hauptstraße und fahren auf der alten Straße Richtung Du Toits Kloof-Pass. Die Landschaft verwandelt sich abrupt, von Kulturland hin zu scheinbar unberührter Wildnis. So braucht es nicht lange, bis wir an einem geeigneten Platz anhalten, um erste Bekanntschaft mit der hier typischen Fynbos-Vegetation zu machen. Beim Aussteigen ist Vorsicht geboten, an den Linksverkehr muss man sich erst gewöhnen.

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Die Vegetation wird hier von drei Elementen dominiert: Erika- und Protea-Gewächsen sowie den seggenartigen Restioniden, auf Deutsch auch Seilgräser genannt. Das deutet auf die traditionelle Verwendung durch die Ureinwohner zur Seilherstellung hin. Die Restioniden sind eine fast ausschließlich südafrikanische Angelegenheit und haben mit Gräsern oder Seggen botanisch nichts zu tun.

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Erica vestita

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Leucadendron daphnoides

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Elegia capensis ist eine der vielen Restioniden der Kapregion.

Überall zwischen den Lücken wachsen dicht am Boden unzählige Arten von sogenannten Geophyten, also Pflanzen mit Zwiebeln oder Knollen, die sich in der Trockenzeit komplett in den Boden zurückziehen.

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Lachenalia orchioides

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Sebaea exacoides

In der zur Verfügung stehenden dreiviertel Stunde werden wir schon recht gut fündig. Alles, was wir sehen, ist neu für uns und wird entsprechend bestaunt und fotografiert. Das ist auch gut so, denn Vieles, was hier wächst werden wir auf der weiteren Reise nicht mehr sehen. Die Flora Südafrikas ist verblüffend kleinräumig gegliedert und strotzt nur so von endemischen Arten. Das ist einer hunderte von Millionen Jahren andauernden ungestörten Evolution geschuldet. Nirgendwo auf der Welt konnte sich die Flora von Beginn der Besiedelung der Erdoberfläche an mit Pflanzen ununterbrochen über einen so langen Zeitraum entwickeln wie hier, weil es nie vom Meer überflutet war. Das erklärt zumindest zum Teil die unzähligen und fein abgestuften Spezialanpassungen. Weitere Einflussgrößen waren die Folgen der Kontinentaldrift und ständige Klimaveränderungen. Das macht das alles so reizvoll, aber auch so ungeheuer kompliziert. Von jeder Gattung gibt es meist unzählige Arten, die man oft kaum auseinander halten kann, zumindest nicht auf den ersten flüchtigen Blick.
Kaum sind wir wieder aufgebrochen, gibt es einen erneuten Stopp. Unmengen blühender Proteen liefern ein unwiderstehliches Argument. Aber auch andere Sträucher wie Salbei oder diverse Schmetterlingsblütler schmücken sich mit Blüten, wir haben einen idealen Zeitpunkt erwischt.

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Proteen können dichte Bestände bilden.

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In vielen Jahren ist der Wasserfall trocken.

Das Botanikerherz schlägt höher und die Zeit rinnt uns durch die Finger. Es ist schon 15.00 Uhr durch, als wir Richtung Wasserfall aufbrechen. Dort angekommen ist es etwas diesig, aber der Wasserfall führt immerhin Wasser. In den Jahren zuvor war er um diese Zeit schon so gut wie trocken. Die Hänge hier weisen Richtung Osten und die Vegetation hat daher eine ganz andere Anmutung. Es ist offener und es kommen ganz andere Arten hinzu. Unser Hauptaugenmerk richten wir auf die für uns ersten Gladiolen und Pelargonien, nachdem wir vorher schon u.a. Lachenalia oder eine kleine Orchideenart kennen gelernt haben.

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Pelargonium sp.

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Gladiolus gracilis

Damit wir nicht zu spät ins Hotel kommen, steigen wir um 16.00 Uhr in den Bus und fahren weiter Richtung Worcester. Da jedoch der Wunsch besteht, halten wir unterwegs kurz an einem Weinberg an, um die konkreten Schnittmaßnahmen zu studieren, die sich von denen in Europa unterscheiden.

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Alles ist neu und alles "muss" dokumentiert werden.

Weil Chris bei der Weiterfahrt am Wegesrand blühende Daisies entdeckt, gibt es noch einen spontanen Mini-Fotostopp mit Mengen an orangefarbenen Blumen.

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Osteospermum wächst gerne an Straßenrändern.

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Osteospermum sp.


Aber dann geht es endgültig durch bis zum Protea-Hotel. Wir kommen dort um 17.30 Uhr an, holen schnell die Koffer aus dem Trailer und verschwinden nach einem kleinen Willkommenstrunk in Windeseile auf den Zimmern. Die Koffer werden zum Glück gebracht, denn alle sind ganz schön geschafft. Um 18.15 Uhr gibt es das frühe und wohlverdiente Abendessen und um 19.30 Uhr verschwinden wir schnellstmöglich auf unseren Zimmern, um endlich auszuschlafen.

Fortsetzung folgt...

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Re: Südafrika 2019

Beitrag von CABAC » 11. Dezember 2019, 12:09

Hallo Elmar,

ganz herzlichen Dank für Teil 1 Deines Südafrikareiseberichtes.

Macht bei mir Lust auf mehr, bin deshalb gespannt auf Teil 2 und alle folgenden.



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Re: Südafrika 2019

Beitrag von ElmarM » 12. Dezember 2019, 23:04

Dann zeige ich euch doch heute mal was wir am 3. Tag erlebt haben:

Donnerstag, 29. August

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Die „Chinesische Laterne“ Nymania capensis, deren Früchte bei Reife klappern, ist für die Kleine Karoo typisch.

Um 7.30 Uhr treffen wir uns zum Frühstück. Alle scheinen ganz gut von den Strapazen der Anreise erholt zu sein. Wir versammeln uns so schnell wie möglich am Bus und brechen erwartungsvoll um 8.30 Uhr zum Karoo Desert National Botanical Garden auf, den wir nach kurzer Fahrt gegen 9.00 Uhr erreichen. Es ist unser einziger Tagesordnungspunkt.
Der Karoo Desert National Botanical Garden ist der südöstlichste Ausläufer des Bioms (Großregion) Sukkulenten-Karoo, die sich durch weite Gebiete der östlichen und westlichen Kapregion zieht. Dazu zählen die Kleine Karoo und das Namaqualand, aber auch nördliche Küstenregionen am Atlantik. Es beinhaltet insgesamt 11 Endemismus-Zentren, von denen wir auf unserer Reise einige besuchen wollen. In Summe ist die Sukkulenten-Karoo weltweit das Epizentrum mit der höchsten Dichte an wasserspeichernden Pflanzen. In Zahlen: Von den insgesamt rund 5000 in der Sukkulenten-Karoo nachgewiesenen Pflanzenarten sind rund 2000 Arten endemisch, das sind 40 %. Heruntergerechnet auf den Anteil endemischer Sukkulenten sind es sogar knapp 54%, mit mehr als 1000 Arten!

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Mit heimischen Pflanzen gestalteter Garten.

Osteospermum oppositifolium.jpg
Osteospermum oppositifolium

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Drosanthemum bicolor

Drosanthemum micans.jpg
Drosanthemum micans

Heute lernen wir als erstes das Worcester-Robertson Karoo Center kennen, ein eher kleines, lokales Endemismus-Gebiet an der südlichen Spitze Südafrikas. Es ist ein Winterregengebiet mit im Mittel 250 mm Jahresniederschlag. Hier gibt es ca. 1500 verschiedene Pflanzenarten mit einem extrem hohen Anteil von 77,4% an Sukkulenten bei den endemischen Arten. Wir versammeln uns kurz auf dem oberen Parkplatz, um einen Zeitpunkt zu vereinbaren, an dem wir uns hier wieder treffen und einigen uns auf 12.00 Uhr. Es macht wenig Sinn, die Gruppe zusammen halten zu wollen, dafür sind die Interessen und die Geschwindigkeiten zu unterschiedlich. So geht jeder seines Weges.

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Eine von vielen Aloen in der Anlage.

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Die naturbelassenen Bereiche des Karoo Desert National Botanical Garden beherbergen Mengen an endemischen Arten.

Lachenalia haarlemensis.jpg
Lachenalia haarlemensis.

Das Gelände zergliedert sich in verschiedene Bereiche. Die größte Fläche ist naturbelassen. Es gibt einige längere oder kürzere Wanderwege durch für diese Region typischen und einzigartigen Ökosysteme mit einer Vielzahl endemischer Pflanzen, die es außerhalb des Schutzgebietes fast gar nicht mehr gibt. Zu viel ist der Landwirtschaft, vor allem dem Weinbau, zum Opfer gefallen. Daneben gibt es kleinere gärtnerisch angelegte Bereiche, in denen eine Vielzahl heimischer und endemischer Gewächse angepflanzt ist, aber auch andere typische südafrikanische Besonderheiten. Der Vorteil: Die Anpflanzungen sind mit vielen Charakterarten nach Regionen gegliedert und viele Pflanzen sind beschildert, was für ein erstes Kennenlernen natürlich optimal ist.

Um 12.00 h sind wir fast komplett wieder am Bus und packen unser Picknick aus. Dicht daneben gibt es Tische und Bänke und wir machen es uns gemütlich. Einige haben den langen Wanderweg gewählt und sind noch im Gelände unterwegs. Beim Essen lässt sich auch eine kleine graue Manguste (Galerella pulverulenta) blicken, eines der wenigen Tiere, die in der Mittagszeit unterwegs sind.

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Eine wohl verdiente Mittagspause.

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Die kleine graue Manguste ist tagaktiv.

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Die aufgeschieferten Sedimente bilden bizarre Landschaften entlang des Shale Trails.

Gegen 13.00 Uhr treten wir dann in einer kleinen Gruppe den Shale Trail, den kürzesten der drei Wanderwege an, ein Rundgang durch bizarre Schieferformationen mit einer sehr eigenwilligen Vegetation. Die Vegetation ist in Südafrika sehr stark an unterschiedliche geologische Formationen gekoppelt, grob gesagt an Granit, Sandstein oder Schiefer. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckt man eine äußerst komplizierte geologische Entwicklung in dem seinerzeit zentral gelegenen Teil von Gondwanaland. Da dieser Teil zwar nie vom Meer überflutet war, aber von ausgedehnten Süßwasserseen, sind unzählige Bodenarten und Gesteinsformationen entstanden, die im Zusammenwirken mit der botanischen Evolution zu dieser hochgradigen Differenzierung geführt haben.
Hier am Shale Trail bildet der Schiefer mit seinen Verwitterungsprodukten ideale Bedingungen für Aloen, die jedoch fast alle schon verblüht sind. Mitten in den Felsen lässt sich auch ein einsamer Klippschliefer blicken. Normalerweise kommen die geselligen Tiere immer in Gruppen vor. Die Zeit reicht leider nur für einen flüchtigen Einblick in die einzigartige Vegetation.
Um alles genauer zu studieren, müsste man hier einige Tage verbringen. So liefern die wenigen von uns etwas genauer unter die Lupe genommenen Flächen nur eine vage Vorstellung vom botanischen Reichtum in diesem Areal. Immerhin entdecken wir ein paar besondere Dickblattgewächse und Haworthien, die für diese Gegend typisch und überall häufig anzutreffen sind.

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Haworthien (hier H. herbacea) sind typische Südafrikaner.

Crassula rupestris.jpg
Crassula rupestris in Vollblüte erwischt.

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Klippschliefer kommen gemeinhin in kleinen Familienverbänden vor.

Nach fast 2 Stunden treffen wir wieder am Ausgangspunkt ein (laut Beschreibung dauert der Rundgang 30 Minuten!) und schicken den Bus um 15.30 Uhr auf den unteren Parkplatz. Die Gruppe macht sich dorthin per Pedes durch den angelegten Teil des Gartens auf, denn jetzt ist es sehr warm (heute Morgen war es gerade mal zwischen 4° und 5° Grad kalt!) und die Mittagsblumen sind angesichts des Sonnenscheins voll geöffnet. Außerdem hat der/die Eine oder Andere am Vormittag etwas Besonderes entdeckt, das natürlich alle sehen sollten.

Hydnora africana.jpg
Hydnora africana ist ein Parasit, der nur auf Euphorbien schmarotzt.

Der ganze Tag in der Sonne hat uns durstig und müde gemacht und so streben alle zielsicher auf die Cafeteria zu. Die Sehnsucht nach einem belebenden Kaffee oder einem kühlenden Getränk ist mittlerweile größer als der Hunger nach noch mehr Pflanzen.
Um 17.00 Uhr ist die Luft raus und wir brechen zum Hotel auf. Gegen 17.30 Uhr sind alle auf ihren Zimmern verschwunden und machen sich frisch für das Abendessen, das uns à la carte um 18.30 Uhr gereicht wird. Bis 21.00 Uhr verweilen wir im Restaurant. Dann geht es zügig in die Betten, denn morgen steht uns ein langer Tag bevor.

Müde Krieger.jpg
Die müden Krieger ….

Fortsetzung folgt...

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Re: Südafrika 2019

Beitrag von philcactus » 13. Dezember 2019, 10:41

Na, das fängt richtig gut an!
Hydnora ist mir nicht bekannt. Hat man Informationen über das Verbreitungsgebiet dieses Schmarotzers?
Danke für Bilder und Kommentare, sie machen Appetit auf mehr!
philcactus

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Re: Südafrika 2019

Beitrag von CABAC » 13. Dezember 2019, 17:28

Hallo Elmar,

danke für Deine Fortsetzung.

Locker berichtet und mit Fotos gut bebildert, so macht es hoffentlich nicht nur philcactus und mir Spaß, dem Reisebericht zu verfolgen.

Bin sehr gespannt wie es weiter geht und freue mich auf Teil 3.


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Re: Südafrika 2019

Beitrag von ElmarM » 14. Dezember 2019, 09:34

Hallo Philcactus,
tja, von Hydnora africana wurde ich auch erstmals auf dieser Reise überrascht. Die Gattung mit 7 Arten, die meisten äußerst selten, ist eine rein afrikanische Angelegenheit, begrenzt auf Halbwüsten. Das Gros kommt im südlichen Teil vom Äquator vor. Die Pflanzen haben ein groteskes, sukkulentes Wurzelwerk, das weit verzweigt ist. Alle Arten sind wohl relativ strikt an ihre Wirte, oft eine einzige Art, gebunden. Als Ökologe halte ich immer die Augen Richtung Parasiten auf und habe in den letzten Jahren schon viele parasitische Arten entdeckt. die eine oder andere Art wird in den Folgeteilen des Berichtes von mir oder Sabine sicherlich noch vorgestellt. In Südafrika soll es laut Literatur etwa 40 parasitisch lebende Arten geben.
Hydnora wird von Botanikern übrigens als eine der kuriosesten Pflanzen der Welt bezeichnet. So gesehen ein Schmankerl vom Feinsten!

Danke für das Interesse
Elmar

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Re: Südafrika 2019

Beitrag von CABAC » 14. Dezember 2019, 20:35

Hallo Elmar,

Pflanzenschmarotzer oder Parasiten fand ich schon immer sehr interessant. Deshalb finde ich Deine Ausführungen zu und über Hydnora africana sehr interessant.

Welch ein Glücksfall, dass Dir diese Pflanze vor die Linse gekommen ist.

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Re: Südafrika 2019

Beitrag von philcactus » 15. Dezember 2019, 13:59

Vielen Dank für die Erklärungen zu Hydnora africana.
Ich kenne nur wenige Schmarotzer, die Euphorbien begleiten. Hydnophora kannte ich nicht. Mein Gebiet sind eher die madegassischen, und vor allem klein bleibenden Euphorbien. An den anderen sehe ich deswegen doch nicht vorbei, ich will sie nur nicht in meine Sammlung aufnehmen, aus Platzgründen, selbstverständlich.
Gruß aus dem Elsass
philcactus

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Re: Südafrika 2019

Beitrag von ElmarM » 16. Dezember 2019, 12:12

Zeit für einen weiteren Tag:

4. Tag, Freitag, 30. August

Spätestens um 7.00 Uhr klingelt der Wecker, denn um 7.30 Uhr gibt es Frühstück und um 8.00 Uhr müssen die Koffer fertig gepackt vor den Zimmertüren stehen. Abholen und verladen dauert einige Zeit. Um 8.30 Uhr brechen wir pünktlich auf. Wir haben heute 350 Kilometer Fahrt vor uns. Die Taktik: Die langen Busfahrten nach Norden so schnell wie möglich hinter uns zu kriegen, damit wir dann in kleineren Intervallen später mehr Zeit im Gelände haben.
Wir verlassen den östlichen Bereich mit einer anderen Regenverteilung als im Westen des Landes, in dem wir uns ab heute ausschließlich aufhalten werden. Auf Landstraßen geht es zügig an der Ostseite des Cedargebirges entlang nach Norden. Vorher versuchen wir, in den voll in Blüte stehenden Korallenbäumen am Straßenrand noch ein paar Malachitvögel zu fotografieren, aber die schlafen wohl noch. Als wir auf die A 44 einbiegen, herrscht strahlender Sonnenschein, aber es ist noch recht frisch. Schließlich ist hier zeitiges Frühjahr rund die Nächte sind kalt.

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Die Ostflanke des Cedargebirges ist landwirtschaflich stark genutzt

Am Wegesrand passieren wir größere Wasserbecken mit „Waterblommetjies“ und legen einen Fotostopp ein. Die Blüten dieser Pflanzen werden regional als Salat gegessen.

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Teichanlage mit „Waterblommetjies“

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Die Wasserähre Aponogeton distachyos.

Weiter geht es bei schönstem Wetter an der „Rückseite“ des Cedargebirges entlang nordwärts, eine Region ohne viel Natur, die landwirtschaftlich stark genutzt ist, obwohl sie landschaftlich auf den ersten Blick einen schönen Eindruck macht. Es handelt sich hier um östliche Ausläufer des sogenannten Renosterveldes, also Gebiete mit sehr fruchtbaren Böden, die wir am Nachmittag im Ramskop Wildblumen-Reservat etwas intensiver studieren wollen.
Gegen 10.00 Uhr kommen wir an eine kleine Teichanlage mit ein paar Wasservögeln und halten selbstverständlich an. Immerhin gibt es hier vier verschiedene Arten, drunter Enten, Reiher und Stelzenläufer.

Himantopus himantopus.jpg
Der Stelzenläufer Himantopus himantopus.

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Die Rotschnabelente Anas erythrorhyncha.

Nach einem Viertel Stündchen haben alle ihre Bilder im Kasten und wir brechen in westlicher Richtung zur A7 auf, die Hauptroute, die von Kapstadt bis nach Namibia führt. Wir haben das Cedargebirge durchquert und sind jetzt auf der „richtigen“ Seite.

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Ein Stopp am Wegesrand ist immer lohnenswert.

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Dort gibt es eine große Vielfalt von Asterngewächsen.

Den nächsten Stopp legen wir auf freier Strecke ein. Hier bekommen wir den ersten Kontakt mit der Fynbos-Vegetation des Westens entlang der Atlantikküste im Winterregengebiet. Es ist mittlerweile 11.30 Uhr. Wir finden auf Anhieb eine ganze Reihe typischer Arten, die alle für uns neu sind, uns aber im Laufe der weiteren Reise immer vertrauter werden. Wir müssen aufbrechen, denn es ist schon fast Mittag. Knapp eine halbe Stunde später halten wir noch einmal für eine Menge blühender Daisies, die den Namen Mittagsblumen (nicht mit den Mesembs zu verwechseln) alle Ehre machen.

Lapeirousia jaquinii.jpg
Lapeirousia jaquinii.

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Paranomus bracteolaris ist eine ungewöhnliche Proteaceae.

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Arctopus monacanthus ist ein Doldenblütler.

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Eine der vielen Pelargonien ist Pelargonium triste.

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Aus der Südwestseite des Cedargebirges dehnt sich das Renosterveld, ein Sonderfall der Fynbos-Vegetation, aus.

Es wird langsam etwas wolkiger und es ist eher frisch und windig. Hier war es offensichtlich schon länger wieder trocken, nach reichlichen Regenfällen Ende Juni und im Juli, denn viele Pflanzen sind schon wieder verblüht, eine typische Anpassung an die kurze Vegetationsperiode der Trockengebiete. Der Regen hat dieses Jahr früher eingesetzt als sonst. Ein klares Indiz für den Klimawandel. So fällt unser Aufenthalt nur kurz aus.

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Im Ramskop Wildblumenreservat wird die regionale Artenvielfalt unter naturnahen Bedingungen kultiviert.

Um 13.00 sitzen alle wieder im Bus und sind nur 20 Minuten später im Ramskop Wildblumen-Reservat. Es ist kalt und bewölkt, trotzdem schwärmen alle unbeirrt aus und gehen auf Entdeckungsjagd. Das Gelände gehört in den Vegetationstyp Renosterveld, welches sich durch sehr tiefgründige und fruchtbare Böden auszeichnet, die mal kleinräumig, mal in größeren zusammenhängenden Flächen über die Fynbosregion nördlich und östlich von Kapstadt verteilt sind. Entsprechend stark unterscheidet sich die Vegetation von anderen Gebieten, die in der Regel sehr viel nährstoffärmer sind. Charakteristisch ist der namensgebende Renosterbusch (Hauptnahrung der früher hier vorkommenden Rhinozerosse) und hier ist auch die Heimat des Rooibos-Strauches.

Sparaxis tricolor.jpg
Sparaxis tricolor ist ein Irisgewächs.

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Drosanthemum speciosum.

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Meister im Tarnen: Die Nasenschrecke Acrida acuminata.

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Die Wolfsmilchart Euphorbia tuberculata.

Jeder findet hier genügend Objekte der Begierde, auch wenn manche Blumen angesichts des Wetters ihre Blüten trotzig zukneifen. Zudem ist hier die Vegetation schon weit fortgeschritten. Bei dieser ungemütlichen Wetterlage suchen einige erst mal das Cafe auf und stärken sich mit hausgemachtem Kuchen. Um 16.00 Uhr brechen wir wieder auf, doch einige Unverdrossene fotografieren vorher noch ein paar Ferrarias und eine Nasenheuschrecke. Sie reizen die Zeit voll aus, bevor sie einsteigen.

Lampranthus formosus.jpg
Lampranthus formosus .

Pelargonium echinatum.jpg
Pelargonium echinatum.

Gut eine Stunde später erreichen wir über eine steile Passfahrt das hübsch gelegene Hotel Nedersetting in Nieuwoudtville. Zum Abend gibt es ein reich gedecktes Buffet.


Fortsetzung folgt....

Viele Grüße
Elmar

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Re: Südafrika 2019

Beitrag von CABAC » 16. Dezember 2019, 19:47

Danke Elmar,

danke für die Fortsetzung Deines Reiseberichtes. Was gibt es schöneres als an einem grauen trüben Dezembertag Dir und Deiner Reisegruppe auf dieser Reise hier im Forum zu folgen. Mach Lust auf mehr, damit meine ich nicht nur die nächsten Folgen,, sondern möglicher Weise selbst mal in Südafrika / Namibia auf Feldforschungsreise zugehen.

Deine Hydnora africana lässt mir keine Ruhe. Bin mal im www. auf die Suche nach mehr Infos gegangen. Es gibt jede Menge darüber und nicht das, es gibt sogar Samen von dieser seltsamen Pflanze hier in Deutschland zu kaufen.

Frage an den Biologen Elmar. Du nennst diese sonderbaren Pflanzen Parasiten. Ich würde eher Bezeichnung Schmarotzer anwenden. Als Parasiten würde ich tierische Lebewesen bezeichnen, wie z.B. Würmer (Fuchsbandwurm) die ihr Unheil im Körper von Menschen oder Tieren anrichten.

Hallo zusammen, wie ich täglich erlebe werden die Reiseberichte von Elmar recht häufig angeklickt und sicherlich aufmerksam verfolgt. Ich finde er hat mehr Zuspruch verdient. Melde Euch, stellt Eure Fragen oder schreibt Anregungen

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Re: Südafrika 2019

Beitrag von WoBo » 17. Dezember 2019, 22:08

Guten Abend!

Nachdem ich derzeit mal wieder ein bisschen WLAN habe, kann ich hier endlich nicht nur Text lesen, sondern auch wieder die Bilder genießen - und etwas hochladen.
Eine sehr angenehme Überraschung, nun auch hier auf Elmar und seine fantastischen Reiseberichte zu treffen! Da ich dieses Jahr leider nicht an dieser Südafrika-Tour teilnehmen konnte, lese ich das ein bisschen mit einem weinenden und einem lachenden Auge (aber das letztere überwiegt doch deutlich!). Und das selber Reisen muss ich dann halt noch mal nachholen ...

@ CABAC:
Eine 'offizielle' Unterscheidung zwischen den Bezeichnungen Parasit und Schmarotzer - wie etwa bei Dornen und Stacheln - ist mir bisher nicht bekannt. Beide Begriffe werden m.W. synonym verwendet. Aber auch dazu wird Elmar vermutlich noch etwas beitragen können.

Bis neulich, mit viel Vorfreude
Wolfgang

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Re: Südafrika 2019

Beitrag von ElmarM » 19. Dezember 2019, 00:54

So, dann geht's jetzt auch weiter:

5. Tag, Samstag, 31. August

Peliostomum virgatum.jpg
Fynbos bedeutet feiner Busch oder kleine Blätter, Peliostomum virgatum liefert den Beweis.

Die Nachtruhe wird von einigen heftigen Regenschauern getrübt. Morgens ist der Himmel zwar noch wolkenverhangen, aber es ist immerhin wieder trocken bei etwa 10°C. Die Natur hat den Regen jedenfalls dringend gebraucht. Wir frühstücken spät, denn das Personal hatte abends lange Dienst und muss schließlich ausschlafen dürfen. So verladen wir um 8.15 Uhr zuerst unsere Koffer und finden uns danach um 8.30 Uhr zum Frühstück ein. Wir fotografieren anschließend noch ein paar Blumen rund um das Hotel und brechen schließlich um 9.45 Uhr auf.

Androcymbium burchellii.jpg
Androcymbium burchellii, endemisch bei Nieuwoudtville.

Lachenalia obscura.jpg
Lachenalia obscura, ebenfalls endemisch.

Es ist immer noch bewölkt und diesig, daher sind die meisten Blumen ohnehin zu und die Ausblicke während der Abfahrt vom VanRhyns-Pass auf die Knersvlakte sind von Nebel getrübt. Er reißt allerdings weiter unten auf und wir können einige Landschaftsfotos machen. Danach erkunden wir bei einem zweiten Stopp noch ein bisschen die Vegetation. Wir trödeln ganz bewusst, denn je später wir auf die Knersvlakte kommen, desto besser sind die Aussichten auf interessante Blüten.

Knersvlakte.jpg
Die Knersvlakte ist eine in geologischer Zeit entstandene ausgedehnte Flussebene.

Die „schlechte Zeit“ wollen wir noch mit einem Besuch der „Kokerboom Kwekerij“ in Vanrhynsdorp, eine der größten Sukkulentengärtnereien des Landes, überbrücken. Dort müssen wir ohnehin den Eintritt für das Reservat lösen. Weil es in den Gewächshäusern viel Interessantes zu sehen gibt, haben wir genug Zeit eingeplant.

Schieferhänge.jpg
Die Schieferhänge am vanRhyns Pass sind vielfältig bewachsen.

Conophytum calculus.jpg
Conophytum calculus ist eine Charakterart der Knersvlakte.

Dann aber der Schock: Die Knersvlakte ist komplett gesperrt, weil amerikanische Idioten Tausende von Pflanzen illegal ausgegraben haben. Wie in Deutschland in Sammlerkreisen später kursiert, waren die Pflanzendiebe wohl vor allem auf Conophyten scharf. Bei den Zollbehörden lagen jedenfalls Massen beschlagnahmter Exemplare („unvorstellbare Mengen“, so das Zitat eines deutschen Experten). Jetzt müssen die Sträflinge in den afrikanischen Gefängnissen etwas enger zusammen rücken, die nächsten Jahre. Auch so bekommt man Kontakt mit Einheimischen. In Belgien gab es Ende August auf der bedeutendsten Messe für Kakteen und Sukkulenten, der ELK, wohl auch Razzien der Artenschutzbehörden mit einigen Festnahmen. Tschechische Anbieter haben offensichtlich ebenfalls südafrikanische Raritäten ohne Herkunftsnachweis angeboten. Die Dummen sterben nie aus. Fatal dabei ist, dass die Majorität der Ehrlichen darunter leiden muss. Der Schaden ist also nicht nur in der Natur. Sei‘s drum, wir können es nicht ändern.

Nach etwa einer halben Stunde in der Gärtnerei brechen wir unverrichteter Dinge Richtung Norden auf. Alle Versuche, auf die Schnelle eine Lösung zu finden, schlagen fehl. So decken wir uns in einem Supermarkt mit dem üblichen Tagesbedarf ein und beschließen, geeignete Seitenstreifen am Straßenrand der N7 abzusuchen, in der Hoffnung, auf nicht eingezäunten Kiesflächen doch noch einige Knersvlakte-Arten zu finden.

Argyroderma delaetii.jpg
Argyroderma delaetii wächst meist einzeln.

Crassula columnaris.jpg
Crassula columnaris hat hier eine eigene Rasse.

Zulazianskya ovata.jpg
Zaluzianskya ovata.

Drosanthemum schoenlandium.jpg
Drosanthemum schoenlandium wächst nur hier.

Und siehe da, schon der erste Versuch ist von Erfolg gekrönt. Natürlich kein vollwertiger Ersatz, aber immerhin eine kleine Vorahnung und mehr, als erwartet. An zwei Stellen botanisieren wir bei mittlerweile wieder warmen und trockenen Bedingungen bis 14.30 Uhr.

Knersvlakte unten.jpg
Ein sehnsüchtiger Blick über den Zaun auf die Knersvlakte.

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Didelta carnosa ist „ein treuer Wegbegleiter“.

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Käfer, sogenannte Monkey Beetles, sind wichtige Bestäuber.

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Stammsukkulenz bei Monilaria moniliformis.

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Blattsukkulenz dagegen bei Crassula muscosa.

Da wir noch viele Kilometer vor uns haben, müssen wir uns regelrecht losreißen und beschließen, unser Glück noch einmal auf der Rückfahrt zu versuchen. Um menschlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, steuern wir erst einmal Bitterfontain an. Leider ist das nette Café ab 15.00 Uhr geschlossen, so müssen wir mit den sanitären Einrichtungen der nahen Tankstelle vorlieb nehmen.

Wenn Straßenränder so bunt gefärbt sind, muss man natürlich anhalten.

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Grielum humifusum bildet gerne geschlossene Teppiche.

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Moraea nana blüht meist fahlrosa.

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Pelargonium incrassatum ist ein Geophyt.

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Ein Endemit: Lapeirousia silenoides.

Es wird bergiger und die Köcherbäume signalisieren, dass wir allmählich in die Klipkoppe-Region kommen. Gegen 16.00 Uhr legen wir eine längere Pause an einer großen Fläche mit hellgelb leuchtenden Grielum-Blüten ein und etwa eine Stunde später gibt es einen weiteren Stopp, diesmal ist die Hauptblütenfarbe pink und wird von Polstern aus Pelargonien- und Lapeirousia-Arten dominiert.

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„Stop and show“ heißt das Motto unserer Reise.

Plötzlich frischt es auf und ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es an der Zeit ist, in das Hotel zu kommen. So geht es ohne weitere Verzögerung direkt nach Okiep, wo wir die nächsten Nächte verbringen werden. Hier ist es schon recht kalt, schließlich befinden wir uns auf etwa 1000 Metern. Wir werden nett empfangen und beziehen schnell unsere Zimmer, denn es ist schon 18.45 Uhr und das Abendessen ist für 19.00 Uhr vorgesehen. So geht es fast nahtlos zum Abendbuffet über. Um 21.00 Uhr ist dann auch der letzte auf seinem Zimmer verschwunden.

Fortsetzung folgt...

Viele Grüße
Elmar

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